Doris Münster, die Darstellerin von Ailbhe & Caoimhe

Doris MünsterVom ersten Tag an ist sie schon dabei: Doris Münster. Tiertrainerin, Darstellerin und fleißige Helferin wenn es irgendwo anzupacken gilt. Mancher wird sie jedoch erst in Folge drei so wirklich wahrnehmen, wenn sie in der Doppelrolle der resoluten Ailbhe und ihrer sanften Zwillingsschwester Caoimhe nicht nur zu sehen sondern auch zu hören ist.

Bild: Doris ist Pferdetrainerin und betreibt eine Reitschule

Vor der Kamera macht sie immer eine gute Figur. Ob nun als Ailbhe, die der Hexe klarmacht, wo in Gleann an Phéine die Prioritäten liegen oder als Caoimhe, der der Kummer schier das Herz zerreißt und die doch so tapfer lächelt: Doris Münster spielt überzeugend und mit vollem Engagement. Abseits der Kamera sorgt sie dafür, dass ihre Pferde tun, was Pferde in einer Fantasy-Serie eben so tun sollen.

Doris war so freundlich, uns ein paar Fragen zu beantworten. Zunächst einmal zum Thema, warum man überhaupt eine Pferdetrainerin braucht. Reicht da nicht ein Klaps auf den Po? Also bei den Pferden …

Doris Münster, die Pferdetrainerin

Frage: In „Nichts ist ganz vergessen“ sieht man ein Pferd alleine durch den Wald fliehen. Warum muss man sowas überhaupt trainieren? Und was übt man dazu?
Doris Münster: Das Fliehen liegt in der Natur des Pferdes, das brauchen wir nicht üben. Aber in der Natur hält das Pferd erst dann an, wenn die Gefahr vorbei ist, das ist bei Filmaufnahmen unpraktisch. Also üben wir Loslaufen und Anhalten auf Kommando: Zuerst wird das Pferd an die Situation gewöhnt, damit der Fluchtreflex nicht durch Angst ausgelöst wird. Also langsames Führen entlang der in der Szene verlangten Strecke. Dann wird immer an derselben Stelle angehalten und mit Futter belohnt. Das haben wir etwa zwei Monate immer wiederholt, und irgendwann den Strick weggelassen, aber nie die Futterbelohnung!

Doris MünsterBild: (© Merja Vanhala) Auf den Herbstmärkten in Suojakallio sind die Voltigierer aus Doris` Reitschule die Stars des Tages. Die Kinder führen Zirkuskunststücke auf galoppierenden Pferden vor. Klar, dass dann alle zuschauen kommen.

Zitat Doris Münster:Und wenn gerade nicht Vorstellung war, dann habe ich umgesattelt und bin im Damensattel durch die Menge geritten. Das ist immer gute Werbung.
Und falls Fragen kommen: Auf dem Bild hat Sevina Hufschuhe an. Meine Pferde sind unbeschlagen, da das in der Herdenhaltung ungefährlicher ist für die Tiere. Wenn wir dann auf die Schotterstrassen reiten, bekommen sie solche Schuhe an, um die Hufsohle vor spitzen Steinen und ähnlichem zu schützen.

Frage: Gibt es auch noch andere Szenen für die Du ein Pferd trainiert hast – und was wurde da geübt?
Doris Münster: Für das Intro von „Ein Schwert und sein Held“ habe ich auf dem galoppierenden Pferd das Schwert geschwungen. Da musste ich zuerst dem Pferd die Angst vor dem Geräusch des schwingendem Schwertes nehmen. Dafür stand ich neben dem Pferd am Boden und habe das Schwert solange bewegt, bis das Pferd einigermaßen entspannt seine Leckerli derweil fressen konnte. Dann konnten wir dasselbe vom Sattel aus machen.

Frage: Gibt es Dinge die Du gerne noch für einen Film mit den Pferden üben würdest?
Doris Münster: Ich persönlich würde gerne mehr Zirkustricks einstudieren. Also das Kompliment (Pferd verbeugt sich mit Hinknien) oder das Steigen auf Kommando. Ich kann mir aber keine Szene bei Clíodhna vorstellen, in der das einigermaßen realistisch passen würde.

Dame zu PferdeBild: (© Holger Maurer) Doris als „Dame zu Pferde“.

Frage: Man sieht in der Clíodhna-Serie eigentlich nie jemanden reiten – wofür haben die dann Pferde?
Doris Münster: Zum Arbeiten. Ailbhes Pferde werden bei der Landrodung eingesetzt, hier rücken sie Bäume, schleppen Findlinge aus den Feldern und begradigen den Boden. Danach pflügen sie den Boden und ziehen die Erntewagen. Der Händler Caradoc hat ein Packpferd, um alle seine Waren sicher über die Bergpässe transportieren. Mir scheint, dass in Gleann an Phéine niemand die Muße hat, zu seinem Vergnügen zu Reiten, denn um ein guter Reiter zu werden muss man viel, viel Zeit zum trainieren haben.

Frage: Wer sind denn die Pferde die wir sehen – und was machen die sonst wenn sie nicht vor der Kamera sind?
Doris Münster: Die beiden Füchse Sevina und Seurari (Füchse sind hellbraune Pferde mit heller Mähne und Schweif) sind beides Finnpferde, die genauso zu Finnland gehören, wie die Sauna. In einem Vorspann ist unsere alte Dame Ionait zu sehen, eine Schwarz-weiße irische Cobstute. Alle sind Schulpferde in meiner kleinen Reitschule. Wenn sie gerade nicht vor der Kamera stehen, bringen sie Reitschülern bei, wie sie mit dem Pferd zusammen Spaß am Reitplatz und im Gelände haben können.

 

Doris Münster, die Schauspielerin

Doris Münster
Bild: Doris in der Rolle der blinden Caoimhe.

Über Pferde kann man nie genug reden, trotzdem jetzt ein paar Fragen zu dir selbst.

Frage: Wie, wann und warum bist du nach Finnland gekommen?
Doris Münster: Ich bin 2006 nach Beendigung meiner Doktorarbeit an die Universität von Jyväskylä als Teil einer Forschungsgruppe gekommen. Katharina und Thorsten kannte ich zu der Zeit schon.

Frage: Hast du dich früher schon schauspielerisch betätigt?
Doris Münster: Nein. Ich bin schon immer gerne ins Theater und Kino gegangen, habe aber nie selber gespielt. Meine nächste Verbindung zum Theater wäre der Bruder meines Großvaters mütterlicherseits, der Schauspieler in München war. 😀

Frage: Ist das deine Stimme in der Serie oder eine Synchronsprecherin?
Doris Münster: Ja, das ist meine Stimme.

Frage: Singst du auch? Wird Caoimhe in der Serie mal singen? (Die Frage ist häufiger gestellt worden, die Stimme kommt offensichtlich sehr gut an!)
Doris Münster: Ja, ich singe gerne und viel. Bis jetzt haben wir uns noch nicht mit den Liedern in Gleann an Phéine beschäftigt, obwohl natürlich an Dorffesten und anderen Gelegenheiten Musik in Form von Liedern und Geschichten dabei ist. So ist es uns eine willkommene Anregung, wenn Gesang von Caoimhe gewünscht wird! Laut Thorsten ist sie so etwas wie die Archivarin des Dorfes: Sie hat ein gutes Gedächtnis und konnte mit ungefähr 10 Jahren schon alle Geschichten und Lieder auswendig, die im Dorf schon seit alters her kursieren. In einer der nächsten Folgen wird sich Clíodhna noch näher mit der Vergangenheit des Tals beschäftigen. Wir arbeiten nun daran, eine Ballade in diese Folge einzubringen, die dann von Caoimhe gesungen werden wird.
 
Ailbhe und Caoimhe

Doris in der Doppelrolle Ailbhe (links) und Caoimhe.

 
Frage: Wie bist du zu der Serie gekommen?
Doris Münster: Thorsten und Katharina waren von Anfang an daran interessiert, Pferde als Teil des dörflichen Lebens und Arbeitens zu zeigen. So war ich zunächst nur damit beschäftigt, meine Pferde so korrekt wie möglich in der Serie zu zeigen. Dann habe ich gemerkt, dass ich eigentlich auch selbst mal vor der Kamera stehen wollte. Thorsten hatte mich auch schon für die Figur der Ailbhe vorgesehen, schließlich führe ich einen Hof genau wie sie (nur mit weniger Personal). Wie sie Clíodhna dezent darauf hinweist, wie wichtig die Heuernte für das Überleben des ganzen Dorfes ist, da sprach mir Ailbhe schon sehr aus dem Herzen.

Meine ursprüngliche Idee war es aber, eine Blinde in der Dorfgemeinschaft zu spielen. Ich bin seit meiner Kindheit stark kurzsichtig und bin es deswegen gewöhnt, mich nicht all zu sehr auf meine Augen zu verlassen. Ich kann zum Beispiel hören, ob ein Pferd lahmt, bevor es sichtbar wird. Die Frage wie es sich anfühlt, blind zu sein ist schon wichtig für mich. So hat mich die Darstellung einer blinden Tänzerin im Film “House of Flying Daggers” sehr stark beeindruckt. Vor allem, als ich in einem Interview mit der Schauspielerin gelesen habe, wie sie mit einer Blinden zusammengewohnt hat, um sich für diese Rolle vorzubereiten. Für Thorsten war aber die Figur der Ailbhe schon fest in der Dorfgemeinschaft eingeplant, und so einigten wir uns auf eine Doppelrolle der beiden Zwillingsschwestern.

Frage: Bist du auch in weiteren Folgen zu sehen?
Doris Münster: Soweit ich weiß, wird also zumindest Caoimhe noch einen Auftritt bekommen.
 


Liebe Doris, hab` ganz herzlichen Dank für deine freundlichen Antworten und die Zeit, die du dir dafür genommen hast. Wir wünschen dir noch viel Freude mit deinen Pferden und natürlich auch mit der Schauspielerei.

Wer mehr über Doris Münster und ihre Pferde erfahren möchte, findet auf ihrer Facebookseite Horses And More – Koivikon Hevoshaka weitere wunderschöne Bilder, Beschreibungen und Videos!

 


 
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Bilder „Doris Münster, die Darstellerin von Ailbhe & Caoimhe“: © HakalaFilm, weitere Informationen sind auf der Website Science and Fiction von Thorsten Renk erhältlich
 
 

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