Odins jüngster Sohn – Das Schiff von Uta Pfützner

„Odins jüngster Sohn – Das Schiff“ ist Teil 1 einer Trilogie, die sich zeitnah vervollständigen wird. „Das Schwert“ und „Das Amulett“ sind bereits in Planung. Hierbei geht es nicht nur um nordische Mythologie und Wikingerleben. Auch der Alltag des Protagonisten und seines Umfeldes spielt eine große und wichtige Rolle.

Beginnend im tiefsten Bayern der 80er Jahre kommt ein Junge zur Welt, dessen Vater sich vermeintlich aus dem Staub gemacht hat. Doch hat er das wirklich? Im Laufe des Buches wird Dominik älter und erwachsener. Der Umzug nach Norwegen eröffnet ihm neue Sichtweisen auf sein Leben. Dies liegt auch an seiner großen Liebe Helke, die er in Oslo bei seinem Studium kennenlernt.


Odins jüngster Sohn: Teil 1
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Chronicles of Gods 1

Odins jüngster Sohn – Das Schiff

Durch sie und seinen Tutor Asbjörn gerät er in eine Wikingergruppe, die den nordischen Glauben pflegt und danach lebt. In deren Dorf, das Upsala genannt wird, fühlt sich Dominik sofort zu Hause. Er erlebt den Bau eines Schiffes nach alter Tradition, was ihn als angehenden Schiffbau-Ingenieur fasziniert. Bald erkennt er, dass sich Wahrheit und Mythologie nicht so leicht trennen lassen. Erst recht nicht, wenn sich jemand in seine Geschicke einmischt, dessen Dasein Dominik nicht wahrhaben will.

Norwegen als wunderschönes Land selbst, Schiffbau, Abenteuer, Krimi und eine ganz große Portion Herz erwarten den Menschen, der sich auf diese Reise einlässt. Ich wünsche allen, die es wagen, jede Menge Spaß dabei, Dominiks Weg mitzuerleben. Es ist, wie bei uns allen, ein Prozess der Reife, der jede Menge Abenteuer in sich birgt.

Leseprobe

Die junge Frau in der Kleiderkammer gab Dominik eine zünftige Wikingerkluft. Einfache Leinenkleidung zumeist, aber immerhin einen Fellumhang und eine Lederweste. Schnell stopfte er seine Jeans in den Rucksack und eilte wieder hinaus auf den Platz. Gleich darauf erschien Helke. Großer Gott, das war nicht Helke! Das war eine nordische Prinzessin! Ein langes, samtgrünes Kleid und Muscheln in den geflochtenen Haaren, dazu trug sie schmiedeeisernen Schmuck. „Du bist wunderschön.“, rief er ihr entgegen. „Und du bist frech, Fährmann! Sei dankbar, dass ich dem Jarl nichts davon berichte. So spricht man nicht mit der ersten Schildmaid!“ Ehe er noch etwas sagen konnte, griff sie ihn auch schon bei der Hand und zog ihn mit sich in das größte Haus. Bis jetzt fand Dominik das alles echt witzig. Als er aber das Haus des Jarl betrat, stockte ihm kurz der Atem. Ein riesiger Thron, wie aus einem Stück gehauen und voller fremdartiger Schnitzereien, stand vor ihm. Auf diesem Thron saß ein junger Mann, den er bestens kannte.

„ASBJÖRN! Das darf ja wohl nicht wahr sein. Und das konntest du mir nicht vorher sagen, Helke, oder?“ Asbjörn und Helke schütteten sich aus vor Lachen. Dominik sah so herrlich verblüfft aus, dass sie einfach nicht anders konnten. Natürlich wollten sie es Dominik nicht vorher sagen. Er sollte ja eigentlich nicht mal erfahren, dass die zwei sich schon lange aus dem Verein kannten. Umso größer war nun dessen freudige Überraschung. Asbjörn als Jarl, das war echt der Brüller des Tages. „Setz dich zu mir, Dominik. Ich bin schließlich dein Tutor und Helke hat gleich zu tun.“ Asbjörn klopfte auf den etwas kleineren Stuhl neben sich. Sofort war Helke wieder ganz Wikingerfrau. Sie verabschiedete sich mit einem fast hochmütigen Kopfnicken und eilte hinaus, um Ella zu unterstützen.

„So, und nun atme erst mal durch, Dominik. Ich sage dir jetzt, warum du hier bist, denn das ganze Schauspiel war meine Idee. Du lernst in der Fakultät, wie man Maschinen baut. Du lernst in der Werft, wie man sie plant und die Einzelteile zusammenfügt. Hier wirst du lernen, was Schiffbau wirklich bedeutet, denn genau hier bei den Wikingern liegen die Wurzeln. Wer das nicht versteht, wird niemals einen modernen Seekreuzer auf das Wasser bringen. Wir haben unten am Fluss ein halb fertiges Drachenboot liegen. Daran werden du, ich und ein paar Freunde arbeiten. In vier Wochen wird in Oslo ein großes Fest stattfinden. Bis dahin müssen wir es geschafft haben, denn wir werden mit diesem Boot zur Parade in den Hafen fahren.“ Dominik wurde es fast schwindelig. „Aber woher… wie… die Pläne, ich mein…?!“ Weiter kam er nicht. Zu viele Eindrücke strömten gleichzeitig auf ihn ein.

„Es war eigentlich ganz einfach. Einer unserer Freunde arbeitet als Museumsführer. Er konnte uns Kopien der entsprechenden Unterlagen besorgen. Du kennst ihn übrigens aus deinem Jahrgang, es ist Gunnar. Wir haben uns wochenlang damit befasst, Wrackteile und alte Zeichnungen zu studieren. Das Holz und das nötige Zubehör konnten wir günstig einkaufen. Wir wollen alles so originalgetreu wie nur möglich machen. Das heißt, wir benutzen weder Akkuschrauber noch andere moderne Geräte. Im Grunde brauchen wir das auch nicht. Wenn die Hauptarbeiten abgeschlossen sind, müssen wir uns noch um die Takelage kümmern und dann geht es mit hoffentlich gutem Wind nach Oslo.“, sprach Asbjörn weiter. „Wie sieht es aus? Hast du Lust, dir das mal anzusehen und uns zu helfen? Immerhin bist du schon ein halber Schiffbauer.“

Ob Dominik Lust hatte? Er brannte regelrecht darauf, seinen Jugendtraum in die Tat umzusetzen. Als er mit Asbjörn in Richtung Fluss lief, blickten ihm zwei Augenpaare hinterher. „Es hat ihn erwischt, das Wikingerfieber.“, meinte Helke. Die erfahrene Ella lachte leise auf. „Ja, das auch. Sein Fieber dürfte sich aber auch noch auf etwas anderes richten. Besser gesagt, auf jemand anderes, oder willst du mir wirklich erklären, du hättest nicht bemerkt, dass der Junge dich liebt?“ „Ach Ella, was du gleich wieder denkst. Du bist nur hier im Camp eine Seherin, vergiss das mal nicht.“, versuchte Helke das heikle Thema zu umgehen. „Genau, und wo sind wir gerade?“ Auf diese Frage gab Helke keine Antwort mehr und wendete sich ab. Das war gut so, denn Ella sollte nicht sehen, wie rot ihr Gesicht wurde. Klar hatte Helke es bemerkt, dass Dominik sich sehr um sie bemühte. Sie wollte es nur nicht so weit kommen lassen, dass Dominik merkte, wie sehr sie ihn mochte.

 


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